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Samo104

„Sag, kommst du mit yeah, einmal bis zum Mond und zurück“, croont Samo104 gewandt an eine unbekannte Frau auf dem melancholisch verliebten „Bis zum Mond und zurück“. Eine Zeile von spröder Schönheit, die dich vielleicht gleich beim ersten Mal catcht. Und dann nicht mehr loslässt. 

Denn das ist die große Qualität dieses Musikers aus der deutschen Hauptstadt: er mischt dir süchtig machende Coktails zusammen, von denen du nicht mehr los kommst. Man könnte Samo104 deshalb nun einen musikalischen Giftmischer nennen, und vielleicht würde er darüber auch sanft grinsen, aber: er ist viel mehr als das. Dieser junge Mann aus Nordberlin hat den entscheidenden Funken, der ihn aus der großen Masse hervorstechen lässt. Und dieser Funken, das ist nicht mal sein unerhörtes Talent, die richtige unvergessliche Melodie auf den passenden Beat zu legen. 

Noch heller scheint Samo104 nämlich dann, wenn man seine Texte auf sich wirken lässt. In diesen verwandelt er, stets innerhalb von wenigen Zeilen und dennoch in Millionen von Grautönen, sein Leben in der großen Stadt in große Kunst. Als Grenzgänger zwischen Rap und Pop versteht es dieser noch so junge Mann aus seiner bewegten Vergangenheit voller Ups und Downs Allgemeingültigkeit herzustellen. Er schreibt unvergessliche Songs über die Möglichkeit oder Unmöglichkeit der Liebe, über verschiedene Formen des Rauschs und letztlich in aller Konsequenz über den Kampf damit, in einer kaputten Welt ein gutes Leben zu führen. Obwohl er selbst erst Anfang Zwanzig ist, verfügt Samo104 zweifellos über jene Lebenserfahrungen, die es braucht, um einen so komplexen Blick auf die Welt zu entwickeln. Manchmal huldigt er dabei einer Frau, mal kämpft er um ihre Liebe, mal verliert er sie, mal verliert er sich selbst. 

Samo104s Songs klingen währenddessen stets: existenziell, bedeutsam und alternativlos. Wer in aller Deutlichkeit erfahren möchte, wie es sich anfühlt, in den Jahren nach der Pandemie in Berlin zu leben, wenn man aus einer zerbrochenen Familie stammt und das Gefühl kennt, kein Dach über dem Kopf zu haben, der wende sich an Samo104. Er wird es lieben, euch seine Geschichte erzählen zu dürfen.

Von spezikay